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Tag der (Selbst-)Liebe?: Single sein am Valentinstag? Kein Drama!

Clara Meyer (Name geändert) 14. Februar 2018 15:22

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    Wer sagt eigentlich, dass man Rosen immer nur von einem Partner geschenkt bekommen muss? Heute am Valentinstag dürfen sich Singles auch gerne einmal selbst die wunderschönen Blumen kaufen und sich daran erfreuen.

Blumen- und Süßwarengeschäfte freuen sich über den Umsatz, und Paare überlegen sich tolle Unternehmungen, was sie am ausgeschriebenen „Tag der Liebe“ machen können. Aber nicht für alle ist der Valentinstag ein schöner Tag. Singles fürchten ihn schon Wochen im Voraus, denn an diesem Tag wird ihnen ihre vermeintliche Einsamkeit vorgehalten. Zumindest denken viele, dass der Valentinstag als Single so angenehm wie eine Magenspiegelung ist. Dabei ist es gar nicht immer so schlimm, Single zu sein. Und vor allem nicht am Valentinstag.

Normalerweise gibt es in einer Beziehung immer einen, der dem „Tag der Liebe“ mehr Bedeutung beimisst als der andere. Das führt fast zwangsläufig zu Enttäuschungen. Der eine gibt sich Mühe, bastelt vielleicht irgendein aufwendiges, persönliches Geschenk. Oder überlegt sich für viel Geld eine Überraschung, eine besondere Unternehmung, die natürlich superromantisch sein muss, besorgt Blumen und Schokolade und alles Mögliche, womit er seinen Herzensmenschen noch glücklich machen kann. Und im Gegenzug kriegt dieser dann einen verwirrten Blick von seinem Partner zugeworfen und die Frage „Womit hab‘ ich das denn verdient? Ach, heute ist Valentinstag?!“ Und das führt dann zu Streit.

Als Single kann man sich einfach selbst ein Geschenk zum Valentinstag machen. Denn heißt es nicht sowieso immer, bevor man wen anders lieben kann, muss man erst mal sich selber lieben?! Und wieso sollte man sich dann am Tag der Liebe nicht selbst eine kleine Aufmerksamkeit schenken? Wenn man sich selbst beschenkt, wird man auf jeden Fall nicht enttäuscht.

Und auch ganz allgemein gesprochen ist es nicht so schlimm, allein zu sein. Eine Partnerschaft bedeutet immer, Kompromisse einzugehen. Natürlich ist es schön, jemanden zu haben. Doch wirklich sein eigener Herr zu sein und seine eigenen Entscheidungen treffen zu können, ist auch eine tolle Erfahrung.
Und eine wichtige dazu, denn wie soll man sonst wissen, was man möchte und wer man ist, wenn man in seinen Entscheidungen auch immer einen Partner einbeziehen muss? Man sollte zumindest irgendwann einmal gelernt haben, auf eigenen Beinen zu stehen und die Freiheit des Single-Lebens ausgekostet haben.

Partys so lange besuchen, wie man Lust hat

Denn wenn Singles feiern gehen, bleiben sie so lange, wie sie selbst Lust haben. Und sie müssen nicht nach ihrem betrunkenen Partner schauen und gucken, wie der oder die Liebste sicher nach Hause kommt, sondern lediglich Verantwortung für sich selbst übernehmen und alleine nach Hause wanken. Man kann dann auch genau auf die Party gehen, auf die man Bock hat, und muss keine Kompromisse eingehen, wenn man beispielsweise einen unterschiedlichen Musikgeschmack hat.

Außerdem darf man auch die Aufmerksamkeit von Fremden genießen und muss nicht jedes Gespräch plump mit dem Satz: „Ich bin vergeben!“ abschmettern. Was dabei rumkommt, steht dann in den Sternen, aber die Möglichkeiten sind da. Man kann sich umwerben lassen. Und das ist ein richtig toller Ego-Streichler, den einem ein fester Partner nach einer gewissen Zeit gar nicht mehr so geben kann und aus Gewohnheit auch oft einfach gar nicht mehr gibt.

Und nicht nur beim Feiern können Singles tun, wozu sie einfach Lust haben. Auch in der Alltagsgestaltung sind sie um einiges freier. Es kommt natürlich aufs Paar an, doch allzu oft versacken Paare in ihrer Zweisamkeit und die „gemütlichen Abende“ zu Hause nehmen überhand. Singles sind dagegen umtriebiger, kommen mehr rum, lernen mehr Leute kennen, probieren häufiger neue Sachen aus. Single zu sein ist wie eine wilde, aufregende Achterbahnfahrt. Mit Auf und Abs. Bis man dann doch irgendwann zum Schluss der Fahrt kommt und in den gemütlichen Hafen der Zweisamkeit einfährt. Und das ist dann auch gut so.

Aber erst mal sollte man die Freiheit gekostet, sich selbst kennengelernt haben, um dann irgendwann endlich bei einem guten Partner anzukommen. Aber das muss meiner Meinung nach nicht unbedingt heute am Valentinstag sein.

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