Dattelner Morgenpost Medienhaus Bauer

Eine Woche ohne Süßes: "Danke nein, ich darf nicht"

Jenny Kuhn 04. Februar 2019 12:51

  • Teaserbild

    "Willst du, Jenny?" Liebend gern würde Jugendredakteurin Jenny dieses süße Angebot annehmen. Sieben Tage lang soll sie solchen Verlockungen nicht nachgeben. Aber fragt sie am besten am achten Tag noch mal, dann greift sie sicher schnell zu!

Jeden Tag Sport – forderten wir vor Kurzem von Jugendredakteurin Jenny. Hat sie erfüllt. Jetzt machen wir es schwieriger: eine Woche lang keine Süßigkeiten. Ob sie das auch schafft? Hier kommt ihr Tagebuch des Verzichts.

Tag 1:
Der Tag beginnt eigentlich wie immer. Ich stehe früh auf, mache mich fertig, koche mir einen Kaffee zum Mitnehmen. Dabei denke ich: „Heute startet also der Verzicht, kann ja nicht so schwer sein.“ Denn ich muss zugeben, dass ich nicht haufenweise Süßigkeiten in mich reinschaufele. Aber klar, eine Handvoll Gummibärchen oder ein Schokoriegel gönne ich mir schon täglich. Also gut, los geht’s zur Arbeit. Dort geht es mir dank Vollkornbrötchen und Tee gut. Ich freue mich irgendwie sogar auf die Woche, weil ich wissen will, wie ich reagiere, wenn ich komplett auf zuckrige Dinge verzichte.

Nun, nach dem Mittagsessen, Reis mit Gemüse, überdenke ich noch mal meine morgendliche Vorfreude. Ich möchte jetzt was Süßes haben. Meine Güte, was mache ich denn jetzt? Ich gebe mich erst mal mit einem Apfel zufrieden und schaue im Internet, was es für zucker- und kalorienarme Alternativen gibt. Wow, am liebsten würde ich noch fünf weitere Äpfel essen.

Morgen muss ich definitiv besser vorbereitet sein…

Tag 2:
Vor der Arbeit gehe ich in einen Supermarkt und decke mich mit Bananen, Trockenfrüchten und einem Müsliriegel ohne Zuckerzusatz ein, um den Arbeitstag zu überstehen. Der Riegel ist das Beste, denn er rettet mich: Auf der Arbeit esse ich ihn nur zur Hälfte. Zum Glück, denn ich lande im Feierabendverkehr und stehe im Stau – und jetzt brauche ich wirklich Nervennahrung.

Tag 3:
Schon der dritte Tag ohne Süßigkeiten und ohne „schlechten“ Zucker. Auch wenn es draußen schneit, kalt und einfach unerträglich ist und ich lieber zu Hause auf der Couch mit einem Kakao und einem Cupcake liegen möchte, finde ich es erstaunlich, wie viele tolle Alternativen es zu Süßigkeiten gibt. Heute nehme ich mir einen Soja-Joghurt ohne Zucker mit zur Arbeit. Ich plane, ihn später mit Himbeeren zu bestreuen, und hoffe, dass er und ein Minzbonbon von dem Verlangen nach leckeren Keksen ablenken.

Tag 4:
Ich bin stolz auf mich! Bin standhaft! In meinem Kühlschrank liegen noch super-viele Süßigkeiten, vor allem Schokolade, da ich vor Kurzem einen netten Netflix-Abend bei mir gemacht hatte. Schokolade im Kühlschrank, denkt Ihr jetzt? Ja! Ich esse Schokolade nur aus dem Kühlschrank, anders schmeckt sie mir einfach nicht. Heute habe ich mir getrocknete Früchte aus dem Bio-Laden nebenan mitgenommen. Geschmacklich sollte man sie natürlich nicht mit einem Schokoriegel vergleichen, klar schmeckt der mir besser, aber die Trockenfrüchte sind gar nicht mal so schlecht. In den Kühlschrank schaue ich am besten heute nicht mehr rein.

Tag 5:
Heute könnte es schwierig werden, denn abends möchte ich mich mit meinen Freunden treffen, um mit ihnen einen TV-Abend zu verbringen – das machen wir regelmäßig. Und natürlich dürfen da auch keine Süßigkeiten fehlen. Deshalb kündige ich in unserer WhatsApp-Gruppe schon mal an, dass es bei mir keine Süßigkeiten geben wird, sondern stattdessen Gemüsesticks.

Ich stelle mich auf Gegenwehr ein und dass jeder jammert und wild protestiert, aber hey, nichts dergleichen! Der Januar hatte wohl doch etwas Gutes – und alle, die an Weihnachten zuviel genascht hatten, verstehen mich und akzeptieren sogar meine Gemüsesticks als Alternative. Ein gesunder TV-Abend für jedermann, würde ich sagen.

Tag 6:
Schon krass, wie sehr sich der Körper an Süßigkeiten und Zucker gewöhnt, oder? Es ist jetzt nicht so, dass ich jeden Tag drei Tafeln Schokolade esse – ich kann auch drauf verzichten, aber ich merke, dass ich permanent ganz schön auf die Probe gestellt werde. Überall lauern Verführungen: ein Geburtstagskuchen auf der Arbeit oder ein „Probier mal die neuen Süßigkeiten“ sind meine täglichen Herausforderungen, die ich meistern muss – mit einem klaren „Danke nein, ich darf nicht“.

Aber dadurch, dass ich es durchziehen will, habe ich es bis zu diesem Zeitpunkt auch geschafft – auch wenn ich mir jetzt am liebsten auf dem Weg zur Arbeit einen Donut holen würde. Heute wird noch mal ein anstrengender Tag und ich bin erst am späten Abend wieder zuhause. Wird schon! Trockenfrüchte und eine Banane sind in meiner Handtasche und helfen, dass ich nicht auf den letzten Metern schwach werde.

Tag 7:
Sagen wir so, ich habe es geschafft und ich bin sehr stolz auf mich, aber ein Leben lang könnte ich diese Challenge jetzt nicht durchziehen. Aber auch irgendwie nachvollziehbar, oder? Wer kann denn schon sein ganzes Leben lang auf Süßigkeiten verzichten?

Aber: Ich nasche nun viel bewusster, will nicht mehr überflüssigen Zucker in mich reinkippen, wenn es dafür auch gute und gesündere Alternativen gibt.
Klar, am Anfang ist es schwer, auf die regelmäßigen Sweets zu verzichten, aber mit der Zeit geht es immer besser. Trotzdem: Hin und wieder gönne ich mir einen Schokoriegel aus dem Kühlschrank. Davon sind ja jetzt noch genügend da.

Teilen